TRÄUMER ODER VISIONÄR



Wir saßen bei einem Bier in der Potsdamer Waschbar und sind am Tresen mit Eric Schumacher ins Gespräch gekommen. Was wir dabei erfahren haben beweist nur einmal mehr, dass es in Berlin und Umland vor kreativen Köpfen nur so wimmelt. Eric ist Filmemacher – Regisseur, Drehbuchautor und Produzent. Er hat keine filmische Ausbildung und nur wenig Erfahrung, aber das macht er wett durch viel Ehrgeiz, Wissensdurst und einen unerschütterlichen Glauben an sein erstes Filmprojekt – CHILDREN OF KINGS.


Warum ausgerechnet das Medium Film, um deiner Kreativität Ausdruck zu verleihen?

Ich wollte schon immer Geschichten erzählen und bin riesiger Fan von Filmen. Als ich elf war bekam ich sogar einen Regie-Stuhl geschenkt, weil ich mir nichts Cooleres vorstellen konnte, als Filme zu machen. Aliens und Stirb Langsam waren jene Filme, welche mir diesen Anstoß gaben. Damals ging es mir nicht darum eine tiefgründige Geschichte mit Bildern zu erzählen, sondern vielmehr darum, Emotionen zu vermitteln. Emotionen, wie ich sie beim Sehen solcher Filme als Kind erlebte und noch immer erlebe - der ,Wow-Effekt'. Diese Grundidee ist nach wie vor da, doch inzwischen hat sich die Sicht etwas erweitert.

Man kann sagen du bist ein Frischling im Filmgeschäft. Welche Erfahrungen hast du bisher gesammelt?

Das ist mein erstes Drehbuch, aber ich habe mehr als drei Jahre darin investiert und parallel von Drehbuchkollegen und Beratern einiges gelernt. Deren Feedback war sehr hilfreich und ließ mich meine Ideen von vielen Perspektiven betrachten. Was das Handwerk des eigentlichen Filmemachens angeht, waren das überwiegend viele und lange Gespräche mit meinem Produzenten, Andrés Jauernick, viel Recherche im Internet und in Bibliotheken. Mit dem Dreh meines Trailers habe ich ebenfalls nützliche Erfahrungen gesammelt. Das waren sechs Monate intensivster Vorbereitung, zwei sehr lange Drehtage, mit einer 40-Mann Crew, drei Wochen Nachbearbeitung und Schnitt. Alles für 1,5 Minuten Trailer. Eine Sache die man als angehender Filmemacher also zusätzlich lernen muss ist sehr, sehr viel Geduld zu haben.

Dein Film CHILDREN OF KINGS spielt in Bolivien, welchen Bezug hast du zu diesem Land?

Eigentlich nicht viele. Meine Mutter kommt aus Ecuador und ich wurde dort geboren. Dadurch habe ich natürlich einiges an Kultur und Geschichte aus Südamerika in die Wiege gelegt bekommen. Mich hat aber schon immer die Unabhängigkeitsgeschichte Südamerikas fasziniert. Die Idee zu CHILDREN OF KINGS kam mir bei Recherchen für ein anderes Filmkonzept. Dabei bin ich auf meine Hauptfigur gestoßen – Juana Azurduy – und ihre persönliche Geschichte hat mich nicht mehr losgelassen. Es gibt so viele interessante und spannende Geschichten aus jener Zeit und ich selbst hätte schon immer gern eine packendende Verfilmung dieser Geschichten gesehen.

Wie weit ist die Arbeit an dem Film bereits vorangeschritten und wie viel Zeit wird er noch in Anspruch nehmen?

Die Vorbereiten laufen bereits seit zwei Jahren. Das Drehbuch ist fertig und auch übersetzt, da wir den Film komplett in Spanisch drehen. Es befindet sich derzeitig auf THE BLACK LIST und erhielt dort eine Bewertung von acht von zehn Punkten. Das schafft natürlich Vertrauen für alle, die an dem Projekt beteiligt sind. Einige Positionen der Crew (u.a. Kamera, VFX, SFX Make-Up und Kostüm) haben wir ebenfalls schon zusammengestellt und Schauspieler für die Hauptrollen sind ebenfalls im Gespräch. Die meisten der Hauptdarsteller sind aus Südamerika, aber eine große Hauptrolle wird definitiv von einem Deutschen besetzt. Wer das ist, möchte ich allerdings noch nicht verraten, ihr dürft jedoch gespannt sein. Geplanter Drehstart ist Herbst 2014.

Du hast keine Filmschule besucht und noch keine Erfahrungen, aber dein erster Film benötigt ein Budget von 6-8 Mio USD. Muss man als Filmemacher an Größenwahn leiden? Was ist es was dich antreibt und dich an den Erfolg glauben lässt?

Ich bin Idealist. Vielleicht passt hier das Wort Visionär besser, obwohl es so klingt als ob ich eine neue Art der Energieerzeugung erfinden würde. Als ich das Drehbuch entwickelte war mir natürlich nicht bewusst, was für ein Budget ich brauchen werde. Ich glaube, was mich antreibt ist – außer blindem Optimismus und Sturheit - die Gewissheit, dass schon viele Filmemacher vor mir, es geschafft haben, mit sehr wenig Ressourcen, spektakuläre Ergebnisse zu erzielen. Mit der richtigen Vision, einem strukturierten Plan, der richtigen Crew und ein paar schlaflosen Nächten, lässt sich einiges bewerkstelligen.

Potsdam hat sich in den letzten Jahren immer mehr zu einem weltweit anerkannten Filmstandort entwickelt. International bekannte Filme wie CLOUD ATLAS, THE BOURNE IDENTITY oder auch THE INTERNATIONAL wurden hier bereits gedreht. Hat dich das in irgendeiner Weise inspiriert?

Inspiriert hat es mich eher nicht, aber es gab mir ein paar Ideen zu dem „Wie“ mein Konzept umgesetzt oder finanziert werden kann.

Du arbeitest mit dem erfahrenen Produzenten Andrés Jauernick zusammen. Die Arbeit eines Produzenten beinhaltet oft die Einhaltung bzw. Vorgabe von Zahlen und Fakten und kann im Konflikt zur künstlerischen Vision des Drehbuchautors oder Regisseurs stehen. Musstest du bisher Kompromisse für dein Projekt eingehen? 

Bis jetzt keine. Andrés hat schon an Serien und Spielfilmen gearbeitet und respektiert meine Vision voll und ganz. Wenn wir später Kompromisse eingehen, dann wahrscheinlich weil das Budget oder die Zeit nicht reichen (was bei Dreharbeiten oft genug vorkommt). Doch auch dieses Szenario haben wir schon eingeplant.

Mit Eric Schumacher und seinem Filmprojekt CHILDREN OF KINGS haben wir ein spannendes und mutiges ‚Fundstück‘ entdeckt. Man mag wohl denken, das Vision und Größenwahn hier dicht beieinander liegen, aber wieso auch nicht, denn wie schon Albert Einstein sagte: „Wenn eine Idee nicht zuerst absurd erscheint, taugt sie nichts."

Stay tuned für mehr zu CHILDREN OF KINGS!









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